Büttenrede 2020 in Nenderoth von Josef Gödde

Dies Jahr gab‘s politische Eitelkeiten,
die unbeteiligten Kopfschmerz bereiten.
Die Sorte menschlicher Oberaffen
strohdoof, die es aber trotzdem schaffen,
ganz viele Wähler so zu belügen,
dass sie irgendwie doch deren Stimmen kriegen.
Falls trotzdem nicht, werden ungeniert
Wahlen kurzerhand manipuliert.
Alles, was riecht nach Opposition,
verhaftet man möglichst im Vorfeld schon.
Haben Gegner trotz alldem ‘nen Wahlsieg erlangt,
wird das ganz einfach nicht anerkannt.
Trotzdem ist‘s damit nicht immer getan.
Siehe Istanbul-Wahlen und Erdogan.
Matteo Salvini, von Ehrgeiz getrieben
wär‘ gern zum Ministerpräsident aufgestiegen.
Durch eigene Trickserei ward er bloß
seinen Ministerposten los,
wieder Abgeordneter – stinknormal.
Ja, Hochmut, der kommt vor dem Fall.
So auch beim Österreicher Strache,
da nahm das Schicksal recht schnell Rache.
Ein heimliches Video hat aufgedeckt,
welch wahrer Charakter in ihm steckt.

Andere kleben krampfhaft am Amt,
denn ihnen ist sehr wohl bekannt,
dass es ihnen ans Leder geht,
verlieren sie ihre Immunität.
Was machen Parteien hier im Land?
Die stehen zum Teil mit dem Rücken zur Wand.
Die CDU hat kaum einen Plan,
was nach der Merkel kommen kann.
Mancher hofft auf Friedrich Merz,
Andre halten das für ‘nen Scherz,
weil er Deutschland – hätt‘ er mehr Macht –
am End‘ noch zur Blackrock-Filiale macht.

Solche Heuschrecken verursachten schon
prekäre Löhne und Miet-Explosion,
öffnen die Schere zwischen Arm und reich,
und man fragt sich verwundert zugleich:
Das müsste ‘ne Steilvorlage sein,
doch DIE LINKE, die bleibt klein.
Die SPD geht gar auf Diät,
die Richtung 5%-Marke geht.
Würd‘ Vorsitz-Wechsel mehr Wähler bringen,
könn‘t die Partei vor Freude singen.
Doch Wähler sind stur, haben nicht vergessen,
was Parteien einst ausgefressen.
Geh‘n Ex-Minister zur Deutschen Bank,
zählt‘s, auch falls erlaubt, als moralisch krank.
Hartz IV und Gehabe der SED,
so was tut nach Jahrzehnten noch weh.

Die FDP scheint mir ein Verein
aus gefühlt 1000 Christian Lindners zu sein.
Wo immer erscheint eine Kamera,
ist sein Hase-und-Igel-Gesicht schon da,
und fordert wortreich immer das gleiche:
„Steuersenkung, besonders für Reiche!“
Dann Thüringens Landeschef Kemmerich.
`Ne kürzere Amtszeit gab‘s bisher nicht.

Die AFD ist kräftig gewachsen,
speziell zwischen Thüringen und Sachsen.
Der rechte Flügel schwoll mächtig an,
wobei man, wenn‘s Technik wär, sagen kann:
Nurflügler solcher Asymmetrie
seh‘n bemerkenswert aus, doch fliegen nie.
Und was die Partei zum Klima doziert,
erscheint mir, als wär‘ es von Trump kopiert.

Bei den GRÜNEN fällt einem auf,
die haben brennende Themen drauf.
Selbst Koalitionen mit der CDU
sind auf einmal nicht mehr tabu.
Nun müssen Blüten aus Schwärmer-Tagen
real-politische Früchte tragen.
Ich wag dazu zu prophezeih‘n:
Dabei wird auch einiges Fallobst sein.

Doch Prognosen sind immer gewagt.
Wer hätte vor Kurzem vorhergesagt,
dass ausgerechnet den Chinesen,
die Schnüffel-Weltmeister gewesen,
ein Virus durch‘s Schnüffel-Raster geht,
durch den manche Großstadt heut‘ stille steht?
Das ist der Scheiß, der dem Schnüffler passiert,
der alles weiß, aber nichts kapiert!

Letztes Jahr sind im Dorf hier Dinge geschehen,
die könnte man fast als spukhaft ansehen.
Im Sommer war plötzlich – was für ein Schreck –
‘ne Herde von zwanzig Kühen weg.
Nicht eben, wie sonst unter‘m Zaun durchgegangen.
Nein, ganz verschwunden, nicht einzufangen!
Wald, Wiesen und Felder wurden durchkämmt,
ob man nicht ‘ne Spur von den Rindviechern fänd‘.
Die Suche blieb völlig ergebnislos.
Wo steckten denn die Viecher blos?
Allmählich schossen Gerüchte ins Kraut:
Die Tiere hat irgendwer geklaut.
Drum hielt man von Suchen nach ihnen nicht viel,
denn, wenn da war Vieh-Diebstahl im Spiel,
wär‘ n Beweise, bevor Täter gefangen,
den Weg durch menschliche Därme gegangen.

Zur gleichen Zeit, als die Rinder verschwanden,
fand man ein Feld, wo Hanf-Pflanzen standen.
Das ließ manche Zeitgenossen schließen:
Die Küh‘ rückten aus, um Hanf zu genießen.
An diese Drogen überhaupt nicht gewöhnt,
waren sie danach voll zugedröhnt.
Mit „Muh, ich bin high, ja ich kann fliegen!“
sind sie angeblich zum Himmel gestiegen.
Seit Äonen gibt‘s da als Sternbild `nen Stier,
den Schwarm aller Rindvieh-Damen hier.
Falls solche sich trauen zu ihm hinauf,
nimmt er sie in seinen Harem gern auf.
Als Sterne kann man die Küh‘ noch erkennen.
Trost für den Bauern würd` ich das kaum nennen.
Himmelfahrt heiliger Wesen und Personen
behaupten nur Märchen und Religionen.
Und solches Geschehen hat sich bis jetzt
empirischer Forschung stets widersetzt.
Wer sagt, Rinder steigen zum Himmel auf,
bindet wohl andern ´nen Bären auf,
sah vielleicht einfach Sternschnuppen blitzen,
oder hatte ganz schwer einen sitzen,
denn was so einer damit tut kund,
ist wahr wie ein Schwur aus Donald Trump‘s Mund.
Wer so was also zurecht phantasiert,
der lügt oder hat Stoff konsumiert.

A propos Stoff, bis heut‘ kam nicht raus,
wer die Hanf-Stauden pflanzte aus.
Allerdings nur an einem Fleck.
Nach der Entdeckung kam alles weg.
Hätt‘ man die mehr in der Gegend verstreut,
gäb‘s die ein oder andre vermutlich noch heut´.
Die Täter hätten besser darauf vertraut,
wie‘s Eichhörnchen seine Nüsse anbaut:
Es versteckt sie im Herbst an allen Ecken,
kann im Winter nur `nen Teil noch entdecken.
Der Rest bleibt dann für‘s nächste Jahr
als Samen für spätere Ernten da.
Das vermeidet Monokultur,
denn die mag sie gar nicht, die Mutter Natur.
Das kann man auch an den Fichten seh‘n,
die hier überall in der Gegend steh‘n,
wie vergessene Weihnachtsbäume im März.
Bei deren Anblick blutet das Herz.
So kommt‘s, dass der Holzpreis fällt und fällt.
Für solches Totholz zahlt keiner viel Geld.
Ein Teufelskreis, der den Holzpreis drückt.
Der Erlös reicht kaum, dass man fällt und rückt.
So bleiben Baumleichen oft einfach stehen.
Nur einer konnt‘s freudig brummend sehen:
Der Borkenkäfer hat schnell erkannt:
„Ich lebe jetzt im Schlaraffenland!“
Vermehrt sich im Jahr jetzt drei, vier mal.
Kein Gegenspieler reduziert seine Zahl.
Fichten, die die Sonne dürsten lässt,
gibt er mit seinem Befall den Rest.
Der Buchdrucker ahnt nicht, was er so bewirkt:
Seine Wirts-Art ist plötzlich stark dezimiert.
So schwindet die Käfer-Population.
Der Fachmann spricht von Gradation.

Stadtmenschen mögen die Schulter zucken:
„Was sollen mich Fichtenwälder jucken?“
Doch weiß man nicht erst seit Thunberg‘s Gretel:
Das ist für uns alle ein Menetekel.
Der Käfer macht vor im Labor-Format,
was die Menschheit der ganzen Erde antat,
und – nicht zu vergessen! - immer noch tut.
Das, was da abgeht, macht wenig Mut.
Wir Menschen, Tiere und Pflanzen auch
machen von unserer Erde Gebrauch.
Das ist uns natürlich vorgegeben
als Grundvoraussetzung für das Leben.
Auch die Bibel weist einen an:
„Macht Euch die Erde untertan!“
Dabei müsste man streng darauf achten,
nicht mehr zu versauen, zu ernten, zu schlachten
als das, was die Welt mit und ohn‘ Menschenkraft
irgendwie zu erneuern schafft.
Das aber braucht viel Disziplin,
und die kriegt nicht jeder so einfach hin.
Lebensmittel nur in dem Maß zu kaufen,
wie wir sie zur Stillung des Hungers brauchen.
Doch da verhält sich der Mensch allemal
wie ein Marder im Hühnerstall:
Im Rausch wird alles angefressen,
mehr umgebracht als er kann essen.
Eine Taktik, fast so ein Mist,
wie wenn ein Bauer sein Saatgut isst.
Man tut, was heute Profit verspricht.
Was morgen draus folgt, das kümmert nicht.
Was heute Lust macht, muss sofort her.
Der Kater tags drauf, wen kümmert der?
Hauptsache, das Leben ist heute bequem!
Wenn‘s dann nicht mehr geht, wird man schon seh‘n.
Zum Beispiel, da sprech‘ ich mich auch nicht von frei
man kauft elektronische Spielerei,
die erst Batterie-Müll produziert,
dann – kaum benutzt – weggeworfen wird.
So nutzen wir die Erträge der Welt
als gäb‘s eine andre zu kaufen für Geld.
OK, per Nobelpreis ward just wer gepriesen,
der Planeten bei fernen Sternen bewiesen.
Die sind aber leider fast alle nur
völlig unbewohnbarer Natur.
Oder – sollten sie bewohnbar sein –
stellte sich Leben da sicher schon ein,
mit Bewohnern, davon ist auszugehen,
die nicht auf Besuch von Menschen stehen.
Ich seh‘ zum Vergleich AFDler toben,
kämen auf einmal Migranten von oben!

Entfernung-bedingt hat `ne Reise dahin
mit heutiger Technik ohnehin keinen Sinn:
Man fliegt mehrere zehntausend Jahre rum.
Da bringen sich Menschen-Crews mutmaßlich um,
zumindest bei ähnlichem Menschen-Gebaren
wie in den letzten zehntausend Jahren.
Drum geh‘ ich davon aus, es wird sich eher lohnen,
unsern Planeten mehr zu schonen.

Manchmal machen auch kleine Ideen
das Leben vor Ort ganz einfach schön.
Einem kürzlich zugezogenen Paar
fiel auf: hier im Dorf gibt‘s nicht Kneipe noch Bar.
Zwar stellen des öfteren die Vereine
das ein oder andere Fest auf die Beine,
doch ‘nen Ort für‘n gemeinsames Feierabend-Bier
und Gespräch mit andren gibt’s lang nicht mehr hier.
Das war mit der Zeit einfach so gekommen.
Die Einheimischen haben‘s hingenommen.
Das Schließen der Kneipen, man ließ es geschehen.
Es war ja logisch einzusehen:
Das Dorf ist einfach viel zu klein,
um Ernährer für echte Wirtsleut‘ zu sein.
Doch Gespräche in lockerer Runde
werktags zur Feierabend-Stunde,
das kann auch ganz einfach so funktionieren,
man muss es nur passend organisieren.
So wurd‘ letzten Sommer ein Brauch etabliert,
der unter dem Namen „Klappstuhl“ firmiert.
Als Zeitpunkt liegt Sechs Mittwochs abends fest,
weil sich da die Woche gut teilen lässt.
Zu dem, welcher den Gastgeber macht,
wird vorher ein bunter Klappstuhl gebracht.
Der stellt das Möbel dann auf die Gass‘,
Tisch und Stühle vors Haus und zum Knabbern was.
Am Backes zeigt noch ein Täfelchen an,
wo man den Klappstuhl finden kann.
Das Ganze findet im Freien statt.
Man trinkt, was man selber mitgebracht hat.
Bei alledem fließt kein Cent an Geld.
Es wird nur ‘ne Spendenbüchs‘ aufgestellt.
Was darin zusammenkommt, geht allein
in Wartung und Pflege des Freibades ein.
Schankrecht, Miete, Hygiene und Steuer,
was Wirten das Leben schwer macht und teuer,
vermeidet der Klappstuhl ganz raffiniert.
Das hat bis zur Kälte im Herbst funktioniert.
Das wurde von Jung bis Alt angenommen.
Es sind Leut‘ von Zehn bis fast hundert gekommen.
Und ich muss sagen, ich freu‘ mich schon drauf,
wenn der Klappstuhl im Frühjahr macht wieder auf.

Die Kirche im Dorf hier hat viel schon erlebt
durchaus nicht nur Gesang und Gebet,
auch Zeiten von Pest und Reformation
sahen die alten Mauern schon.
An just diesen Mauern, alt und betagt,
hat immer der Zahn der Zeit genagt.
Stets haben Menschen angefasst,
ihr alte Schönheit neu verpasst.
Zuletzt, als das Dorf 1000 Jahre gefeiert,
hat man den Außenanstrich erneuert.
Doch wieder am Anstrich dunkle Flecken,
marode der Dachstuhl an vielen Ecken,
das Kirchturmdach schon umgeben von Netzen,
dass Schindeln nicht abgeh‘n und Leute verletzen.
Nur die recht neue Sakristei
war noch halbwegs in der Reih‘.
So war man froh, als das Geld freigegeben,
um alle Schäden am Bau zu beheben.
Auf einmal fehlte das Glockengeläut,
das mittags und fünf Uhr die Ohren erfreut,
das sonntags morgens verzweifelt versucht,
zu rufen, dass jemand die Kirche besucht.
Die Kirche selbst war plötzlich versteckt
von Stangen und Brettern völlig verdeckt,
im Gerüst, das bis um den Kirchturm stand,
in dem fast die Wetterfahne verschwand.
Das Ganze war von unten bis oben
von weißen Sicherheits-Netzen umwoben.
Das alles erinnerte mich schon
an ‘ne Seidenraupe im zarten Kokon.
Als das Gerüst im November verschwand,
war‘s schön anzuseh‘n, wie die Kirche da stand.
Die Wände schneeweiß, das Dach schiefergrau,
alles in allem ‘ne echte Schau!
Jetzt würden sich Pfarrer und Herrgott sehr freu‘n,
kämen des sonntags mehr Gläubige rein.
Seit‘s unten kein Turmfalken-Nest mehr gibt
ist die Wetterfahne bei Vögeln als Ansitz beliebt.
Darauf sitzen mehr Vögel als Betende innen,
Karussell fahrend Gottes Lob zu singen.
Schiefergrau scheint ihr Geschmack nicht zu sein
Drum färben sie aktiv das Dach weiß ein.

Am Rosenhang hat es lang so geschienen,
als renovierte wer die Ruinen.
Tonnenweis‘ Putz und Zement vor der Tür,
auch Bautätigkeit, alles sprach dafür.
Nur, sonst achten Handwerker darauf:
Steh‘ ich auch groß auf der Bautafel drauf?!
Am Rosenhang lief´s jedoch klandestin.
Auf Bauherrn und Firmen wies gar nichts hin.
Eines Tags fiel wem dort ein Auto auf
mit dem Schriftzug „ZOLL“ drauf.
Der Zoll ahndet Schwarzarbeit-Vergehen.
So ist es vielleicht auch hier geschehen.
Seitdem hält das Ex-Hotel wieder brav
seinen Dornröschen-Dauerschlaf.

Überhaupt ist in Nenderoth‘s Dorfgeschehen
das Dornröschen-Motiv öfter zu sehen.
Nicht nur Häuser wie meins mein ich jetzt,
wo alles drum 'rum wild wuchert und wächst.
Das Märchen gab jüngst auch Inspiration
zu einer Musical-Komposition.
Da glaubt mancher, der kulturbeflissen,
weite Strecken fahren zu müssen,
nur dass er danach angeben kann:
„Ich sah mir die besondere Aufführung an.“
In Nenderoth wird darüber gelacht,
weil man Kultur hier noch selber macht.
Wer möchte, und Zeit mit bringen will,
tritt auf beim Wanderbühnen-Spiel.
Schon Kinder, die sich interessieren,
können an Uraufführungen partizipieren,
nicht passiv als Zuschauer konsumierend,
sondern als Schauspieler selbst agierend,
wie beim Dornröschen-Musical.
Als das zu Ende war, tobte der Saal.
Minutenlang stehende Ovationen!
Dafür tat sich das Proben lohnen.
Schon Vierjährige erlebten so locker leicht,
was manch‘ Profi trotz Mühen niemals erreicht.

Das alles hat nur funktioniert
weil Daniela sich vorher schwer engagiert.
Die Texterin, Komponistin und Regisseurin
ist auch für fünf Chöre die Dompteurin.
Ein Stück gespielt von drei Kinderchören
mit frechen Jungs und zickigen Gören.
Ich schätz‘ Flöhe hüten ist leicht dagegen.
Ward‘ den „Singflöhen“ deshalb ihr Name gegeben?

Richtungsfahrbahnen der Autobahn trennt,
eine Barriere, die man Grünstreifen nennt,
mit Büschen und Leitplanken bewehrt,
dass kein Raser in den Gegenverkehr fährt.
Grünstreifen gibt‘s auch in Nenderoth.
Keine Angst, dass da eine Autobahn droht!
Die Grünstreifen von Nenderoth‘s Straßen
wachsen quer zur Gass‘ als Streifen von Rasen.
So auf dem Schleichweg nach Arborn hin,
OK, auf dem Feldweg hat‘s vielleicht Sinn.
Doch auch auf der Hauptstraße nach Osten hinaus
sieht es nicht wirklich viel besser aus.
Als ich mir die Zählung vorgenommen,
bin ich bei gut zwanzig durcheinander gekommen.
Dabei ist mir bis heut‘ nicht ganz klar,
was der Sinn dieser Streifen da ist oder war.
Vielleicht soll es Vorbereitung sein
für Verkehrsberuhigung in Greifensten,
wo offiziell der Gemeinderat
solche Projekte abgelehnt hat.
Allein die Schilder, so hörte man sagen,
hätten mit 50 000 € zu Buche geschlagen.
Doch so‘n Grünsteifen wächst um so mehr,
je schneller man fährt drüber her.
So kann man Tempolimits einführen,
ohne nur den Finger zu rühren.
Wer‘s nicht glaubt, geh‘ nach Waldbrunn-Lahr.
Als ich per Bus da auf Reise war,
kam ich mit dem Fahrer in‘s Reden.
Der hat dann offen zugegeben:
„Ich frag mich wieso hier das 30-Schild steht,
weil mehr als 20 hier wirklich nicht geht.
Schneller fahren hat gar keinen Zweck,
sonst reißt es einem das Fahrgestell weg,
bringt Passagiere vor Angst zum Schwitzen,
und haut sie vielleicht noch von den Sitzen.“

Die Grünstreifen könnten auch Hinweis drauf sein,
die Gemeinde stellt Straßenarbeiten ein,
ist diesbezüglich zumindest sehr träge
durch Aussicht auf wiederkehrende Straßenbeiträge.
Darauf warten manche schon wie die Geier.
Und wenn die kommen, dann wird‘s teuer!
Denn jedes mal, wenn der Topf wieder leer,
kommt 'ne Gebührenerhöhung daher.
Und da die in kleinen Portionen kommen,
wird dem Bürger der Spaß am Klagen genommen.
Passt auf, wenn die Obrigkeit was verspricht.
Verspäteter Einspruch wirkt meistens nicht.

Bewahr‘n wir uns geistige Selbständigkeit
und Spaß am Feiern, so wie heut‘!

Macht's gut! So Gott will, bis nächstes Jahr!
Adieu aus der Bütt sagt Euer Narr!