Büttenrede 2016 in Nenderoth von Josef Gödde

Dies Jahr ist dermaßen viel passiert
da hab ich's gar nicht erst probiert
mich auf ein Thema zu konzentrieren
Will lieber einen Rundumschlag probieren.
Ich fang mit Betrachten von Worten an,
denn die sind verräterisch dann und wann.
Wörter, die als konstant erscheinen,
driften in dem, was wir damit meinen.
In einem „Kalender“ halten wir fest,
was sich sonst leicht vergessen lässt.
Das Wort Kalender gab's aber schon
bei den Lateinern im alten Rom.
Calendas, man kann es leicht erkennen
war das, was wir heute Zahltage nennen.
Und „ad calendas graecas“
hatte damals als Sprichwort schon was.
Wörtlich ins Deutsche übertragen
würd' man „an griechischen Zahltagen“ sagen.
Doch schon den Römern war wohl bekannt
die Zahlungsmoral in Griechenland.
So stand, was kaum verwundern mag
„ad calendas graecas“ für Sankt-Nimmerleinstag!

Was vor 2000 Jahren Allgemeinwissen war,
Ist leider den Typen in Brüssel nicht klar.
Wie sonst konnte es wohl passieren
die Griechen mit Milliarden zu schmieren?
Das Geld dafür zahlt mal wieder ganz brav
der Steuerzahler, das geduldige Schaf.
Wobei im Vertrag als Rückzahlungsfrist
„ad calendas graecas“ vereinbart ist.

Die Merkel, als Kanzlerin kinderlos,
warum, das ist ihr Ding, ich sag's hier blos.
Dazu fiel irgendjemand ein
„Mutti“ könnte ihr Spitzname sein.
Anderen gefiel das auch
so wurd' es schnell zum Sprachgebrauch.
Frau Merkel tat ganz ungerührt
hat dabei aber sehr wohl gespürt:
Das „Mutti“ war auch als Spott gedacht,
hat innerlich sie zum Kochen gebracht.
Das alles hat ihr nicht gefallen.
So dachte sie „Ich zeig's Euch allen!
Das ist doch gar nicht allzu schwer!
Ich krieg halt Kinder woanders her!“
Sie machte die Grenzen für Flüchtlinge auf
und Kinder und Große kamen zuhauf.
Sie kamen in so großen Scharen
dass weltweit die Leute verwundert waren.
Nach ihr benannte man sogar
In Afrika Kinder „Angela“.
Der Name, Deutsch „Engel“, der ist wohl Programm
das kam bei vielen als Einladung an.
Die Merkel sagte „Wir schaffen das!“
Horst Seehofer machte vor Angst sich nass.

Nicht Angst vor dem Plus beim Waffenexport;
den führt man möglichst unbemerkt fort,
nein, Angst, die Flüchtlinge könnten dazu führen
die Hoheit der Stammtische zu verlieren.
Der nicht endende Flüchtlingsstrom
beängstigt manch biederen Bürger schon.
Da kommt rechts von der CSU
nun noch die AFD dazu.
Und die nimmt Horst, so merkt er mit Schreck
auf Dauer so manchen Wähler weg.
Nun flüstert ihm sein Machtinstinkt
dass Flüchtlinge Schuld daran sind.
So muckte er gegen Merkel auf
und schließlich kam selbst Mutti darauf:
Was ich da angefangen habe
läuft wie in der Zauberlehrling-Ballade!
Und sie grübelt „Was mache ich bloß?
Die ich rief die Geister, werd´ ich nun nicht los!“

Schon sind die Flüchtlingszahlen mehr
als sechs mal die ganze Bundeswehr.
Die Menge stellt auch weit in den Schatten
die Zahl der Geburten, die wir hier hatten.
Voll Panik flog Merkel zu Erdogan,
den sie sonst gar nicht leiden kann.
Sie wollt' mit ein paar Milliarden probieren
den Chef der Türken etwas zu schmieren,
den damals nur eine Frage quält
„Ob man mich wohl wieder wählt?“
Der war nämlich eigentlich lange schon
nur Präsident und in Opposition.
Nachdem er auf Zwei-Drittel-Mehrheit gebaut
hatten Wähler seine Pläne versaut.
Nun gut, Merkels Reise war nicht zum Chillen
mehr Eroberungsfeldzug wider Willen
weil Erdogan Merkel mit der Frage erpresst
wann sie die Türkei zur EU rein lässt.
Da wurde Merkel schlagartig klar
wie sinnlos ihre Reise war.
Denn mit der Türkei in der EU
kämen noch 2 Millionen Flüchtlinge dazu.
Hätten Erdogan oder Orban das Sagen
wär' die EU kaum noch zu ertragen.
Dann lieber erfolglos heimgekehrt
als solchen Typen ihren Willen gewährt!

Mancher bildete lang sich ein
VW Diesel würden die besten sein,
drehzahlfreudig, durchzugstark
so wie's der Fahrer gerne mag.
Das Abgas gereinigt mit Filter und Kat
wie's die Behörde gefordert hat.
Zumindest sah es immer so aus
führte man Tests auf dem Prüfstand aus.
Doch gute Tester geben nicht Ruh
sie wollten auch Werte beim Fahren dazu.
Die Messtechnik wurde umkonstruiert
und so weit miniaturisiert
bis sie sich im Auto mitnehmen ließ
und man staunte, was das in die Umwelt blies.
Abgase voll Gift und Gestank
die machen Mensch und Tiere krank.
Bei der Meldung habe ich erst gedacht
dass dabei der Fahrer den Unterschied macht.
Am Prüfstand sitzt keiner im Auto drin,
dann kriegt man saubere Abgase hin.
Misst man hingegen während der Fahrt
das Auto den Prüfer als Fahrer hat,
der müsste dann Sesselfurzer sein,
die Messtechnik saugt dessen Ausdünstung ein.
Warum das Auto so stinkt, wenn es fährt
wäre damit schlüssig erklärt.

Doch da war ich wohl zu sehr Optimist
das ganze war abgefeimte List.
Ein billiges kleines Software-Programm
schaltet nur dann die Filter an
wenn der VW auf dem Teststand steht
und es um Abgasprüfungen geht.
So konnte man Filter klein gestalten
und damit relativ billig halten.
Der technische Trick – obwohl raffiniert –
hat zu Riesen-Verlusten geführt.
Mit diesem Geiz nach Manager-Art
hatte man äußerst teuer gespart.
Die Strafe: nur in den Vereinigten Staaten
sind Achtzehn Milliarden zu erwarten.
Um Euch davon ein Bild zu geben
das sind zweihundertzwanzig Euro für jeden!
Stellt Euch vor, wie viel Feten wie diese
könnt' man damit bezahlen – und das ohne Miese!

Bei Miesen kommen meine Gedanken
unweigerlich auf das Thema Banken.
Eine Bank, die braucht der Mensch ja nur dann
wenn sie ihm Dienstleistung bieten kann.
Von dem, was sie sammelt bei denen, die sparen
Kredite vergeben und Werte bewahren,
wobei für den, der die Bank betreibt
ein erkleckliches Sümmchen hängen bleibt.
Ist gierigen Bankern das nicht genug
wird ihr Geschäftsmodell schnell zu Betrug.
So ging Polizei plötzlich ein und aus
bei der Bank mit dem schrägen Strich auf dem Haus.
Da ward gegen eigene Kunden gezockt
und dabei manch unfairer Deal verbockt.
Nachdem das Vertrauen der Kunden verloren,
gab's vom Markt schwer was auf die Ohren.
Hohe Tiere mit goldenem Handschlag geschasst
9000 Fußvolk die Kündigung verpasst.
Beim Aufräumen hat man dann viel Geld
für Klageverfahren zurückgestellt.
Zwölf Milliarden und noch mehr
Was meint Ihr, wo hat die Bank das her?
Von Aktionären und vielen Kunden,
die haben sich dafür lange geschunden.
Von allen Deutschen aufgebracht
hätt's pro Kopf 150 € gemacht.
Den vier, fünf Millionen, die von Hartz IV leben
könnt' man je Zweitausend Euro geben
oder Tausend für die Flüchtlings-Millionen
ein Jahr lang. Pro Monat! Das möcht' ich betonen.

Das Geld stammt letztlich von uns allen
Warum lassen wir uns sowas gefallen?
Stattdessen geh'n viele auf die Gass'
laut brüllend und zum Teil voll Hass
um kollektiv Fremden die Schuld zu geben
an jeder Unbill in ihrem Leben.
Solch geistiger Kurzschluss ist nicht fair!
Als wenn das Leben so einfach wär!
Die einen würden zuhause bleiben
würden nicht Krieg und Not sie vertreiben.
Mancher hätte mehr Chancen im Leben
würden andre nicht Geld zum Gott erheben.
Wie im Fußball, der schönsten Nebensache der Welt
Da geht’s auch nur noch mit Bestechung und Geld.
Bevor die FIFA Tourniere vergab,
liefen Schmiergeldzahlungen ab
an Funktionäre auf FIFA Posten
für Stimmen, die Millionen kosten.
Die setzten, frei von Sachverstand,
eine Weltmeisterschaft in den Wüstensand,
wo's bis 50 Grad im Schatten gibt
bei Spielern und Zuschauern nicht grad beliebt.
Selbst hunderte Tote beim Stadionbau
machten die Strippenzieher nicht schlau.
Vielleicht beweist das aber nur:
Interesse an Fußball gab's da keine Spur!

Wie geschmiert lief dies Spielchen der Mafia
bis es zu viel für den Staatsanwalt war.
Der räumte auf in dem Schweinestall.
Da kam mancher Funktionär zu Fall.
Nur Blatter mimte das Unschuldslamm
bis auch er an die Reihe kam.
Ist man Zoologe, so wie ich
denkt man bei „Blatter“ unweigerlich
an „Blatta orientalis“, die eklige Art,
die keiner gern in der Wohnung hat.
Auf Hochdeutsch „Küchenschabe“ genannt.
Ansonsten als „Kakerlake“ bekannt.

Kommen wir nun wie jedes Jahr
zu dem, was hier im Dorf geschah.
Als Markus eines Tages zur Wiese schaut
hat er kaum seinen Augen getraut.
Da lag zu seinem großen Schreck
die Ziege, das Streicheltier, tot im Eck.
Er denkt, das hat sicher ein Raubtier getan
und ruft deshalb gleich den Förster an.
Als der den Rest der Ziege betrachtet
erkennt er gleich: die wurde geschlachtet!
Das ist ein Fall für die Polizei!
Und die kam dann auch schnell herbei.
Die fragt sich wie jemand, der Fleischpreise kennt
sich an so einer Tat die Finger verbrennt.
Wild schlachten, und das ein gestohlenes Tier!
So was macht sicherlich keiner von hier.
So fiel der Verdacht auf's Flüchtlingsheim
und als die Polizei da ging rein
wurden Reste von Ziegenfleisch sichergestellt
und so die Täterschaft erhellt.
Als man den Täter dann verhört
tat der zumindest sehr verstört.
Erklärt, dass in seinem Heimatland
Hausziegen sind nur mit Hirten bekannt.
Sonst gelten sie als wildes Tier
und Wilderei sei nicht strafbar wie hier.
Wenn man es schafft, solche Tiere zu fangen
um an Fleischspeise zu gelangen
sei das nicht anstößig und nicht kriminell.
Doch hier eskalierte dasselbe dann schnell.
Später stellte sich dann heraus:
Der Täter war psychisch gestört schon zu Haus.
Das Streicheltier tot, die Kinder voll Trauer
die Erwachsenen eher ziemlich sauer.
Wer unbeteiligt ist, denkt vielleicht nur
das kam von Unkenntnis unsrer Kultur.
Manch anderer Fall, das sag ich voraus
geht künftig da weniger glimpflich aus.
Kaum hatte ich dies zu Papier gebracht
kam Köln in der Silvesternacht.
Man könnte wütend resignieren,
doch lieber sollten alle probieren
sportlich optimistisch vorwärts zu sehen.
Das Leben muss schließlich weiter gehen.
Dass Ihr ähnlicher Meinung seid
zeigt mir Eure Anwesenheit!
Und wir sind schließlich nicht in Berlin
Wer da will zur Feiermeile hin,
muss erst mal in der Schlange stehn
dann muss er durch eine Kontrolle gehen.
Dort folgt eine Leibesvisitation.
So was verdirbt doch die Laune schon.
Hier im Dorf braucht es das nicht
man kennt sich schließlich von Angesicht.
Und kommt jemand daher vermummt
der bei der Begrüßung nur leise brummt,
dann ist höchstwahrscheinlich Maskenball
so wie es auch heute ist der Fall.

Hier gab's im Frühling eine Premiere.
Die Heimatstuben-Frauen gaben sich die Ehre.
Sie haben das ganze Dorf verzückt
so schön haben sie den Brunnen geschmückt.
Zwei Bögen aus Zeltstangen gemacht
begrünt und verziert – es war eine Pracht.
Die Männer, das muss man hier gestehen
standen herum, haben zugesehen;
hier und da Kommentare gegeben
und Schnaps ausgeteilt – so sind sie eben.
Wer meint, das sei zu bös kommentiert:
Ich hab's vom Balkon aus fotografiert!

Kurz und gut, der Brunnen war schön!
Was dann kam, war so nicht vorgeseh'n.
Das ganze sollte Osterschmuck sein
dann stellte sich aber Tief Nicklas ein.
Das war ein ultimativer Test
ob der Brunnenschmuck hinreichend fest.
Es stellte sich raus: er war es nicht.
Selbst Zeltstangen, die brachen schlicht
von des Sturmwindes Gewalt
und die Zier-Eier wurden bald
vom Wind durch's halbe Dorf getrieben.
Bis hin nach Eckerts sah ich sie liegen.
Die Sturm-bedingte Zerstörung geschah
bevor überhaupt Palmsonntag war.
Damit man sich Ostern nicht blamiert
wurde gefrickelt und repariert.
Und reden wir nicht lange drum rum:
Das Ergebnis war schief und krumm.
Engelbert, der den Mund nie hält
wenn irgendwas ihm nicht gefällt,
sagte „Glasfaserstäbe sind Weiberkram
ein dickes Eisen, das hätt's getan,
sieht zwar vielleicht nicht ganz so schön aus,
hält dafür aber auch Stürme aus.“

2015 war wieder ein Jahr
in dem in Nenderoth Kirmes war.
Da brachten sich viele Helfer ein
nicht nur aus den Reihen des Kirmesverein.
Und dann, kurz vorher, der große Schreck
das Karussell bleibt einfach weg.
Man holte als Nacht und Nebel-Aktion
die Hüpfburg als Kinder Attraktion.
Drei Tage war das Zelt dann voll
manch Jugendlicher fand's so toll
hätt schon am Freitag in der Nacht
am liebsten bis morgens durchgemacht.
Da musste man manche rauskomplimentieren.
Die nahmen's als Anlass, zu randalieren.
Sie haben – vermutlich zugedröhnt –
auf ihre Art das Dorf „verschönt“,
von Pseudo-Mut strotzend und benebelt
Gullideckel ausgehebelt,
aus der Bibliothek Bücher entwendet
die andere zuvor gespendet,
die Bücher dann kaputt gerissen
in Gullis und in Brunnen geschmissen.
Ich bin der Meinung, wer Bücher vernichtet
war immer schon geistig unterbelichtet,
und stellt, ich drücke es mal so aus
seiner Bildung ein Armutszeugnis aus.

Der Kirmes hat das keinen Abbruch getan.
Sie fing ja am Samstag erst richtig an
mit dem Einzug vom Vortänzerpaar
der technisch bisher ohne Vorbild war:
Ein Sofa, vorn auf ein Quad montiert
hat beim Einzug als Thron fungiert.
„Atemlos“ hat der Projektchor gesungen.
Ich meine den Titel. Und das war gelungen.
Auch der Sonntag verlief ganz toll.
Das Zelt war bis zum letzten Platz voll.
Die Egerländer war'n schlicht genial.
der Oli bedankte sich dafür viel mal.
Die Kirmes endete zum Schluss
sogar finanziell mit einem Plus.
Geht damit aber nicht hausieren!
Sonst könnte es vielleicht passieren:
Das Finanzamt kriegt Wind davon
und schon ist futsch der Mühen Lohn.
Was die Raubritter als Gemeinnützig ansehen
ist für Otto Normalmensch nicht zu verstehen.
Wenn Kirmes, Jubiläum oder sonst ein Fest
alle Leute im Dorfe feiern lässt
ist das für's Finanzamt nicht relevant:
„Gemeinnützigkeit nicht anerkannt.“
Und findet's auch jeder noch so bescheuert
der Überschuss wird voll besteuert.

Solch Steuer-Nachzahlung bringt viel Frust
An Vorstandsarbeit hat dann keiner mehr Lust.
Genau das passierte dem Schützenverein.
Keiner will da mehr Vorstand sein.
Ich hab zwar mit Schießen nicht viel am Hut,
wünsch' trotzdem den Schützen, das geh' nochmal gut.
Nicht wie kürzlich Arborns Gesangverein!
Der ging nämlich sang- und klanglos ein.
Bei Feuerwehren landauf landab
werden junge, sportliche Mitglieder knapp.
Im Brandfall wird künftig ein Klub aus Greisen
von ferne zu dem Brandherd reisen.
Mit zittriger Hand kramen die dort hervor
ein altersgerecht kleines und leichtes Rohr.
Bevor daraus Wasser beginnt zu laufen
ist das Branbdobjekt längst schon ein Aschehaufen.
Bevor's so weit kommt gibt es sicher schon
den Löschwasser-Bringdienst von Amazon.
Für Extra-Cash wird Wasser von oben gebracht
mit Drohnen, die uns zuvor überwacht.
Bestellt wird das Wasser vermutlich per App,
wobei ich jetzt den Verdacht schon hab:
Noch vor dem Adressen-Eingabefeld
wird folgende Werbung eingestellt:
„Löschwasser-Kunden interessierten sich auch
für Sarg, Schaufel, Urne und Feuerwehr-Schlauch.“

Bevor ich weiter dazu schwadronier'
lösch' ich lieber Durst – und zwar mit Bier!
Macht's gut! So Gott will bis nächstes Jahr!
Adieu aus der Bütt sagt Euer Narr!